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Von Kirchmann Die Grundbegriffe Des Rechts Und Der Moral

Element der Bestimmtheit (Endlichkeit, Besonderung) und c) die Einheit dieser beiden Momente (Einzelheit, Freiheit) unterscheidet. Das Allgemeine, das Besondere und Einzelne, was Hegel hier meint, trifft nicht das Wollen, sondern die Vorstellung des Zieles, gehört also dem Denken und nicht dem Wollen an. Was Hegel Abstraktion des Willens nennt, ist vielmehr der in dem Entschluss endigende Kampf verschiedener einzelner Wollen. Dies mag als ein Beispiel von der Willkür und Gewaltsamkeit dienen, mit welcher diese Philosophie die Thatsachen behandelt, um sie dem dialektischen Schema anzupassen.
13. Auch Spinoza verwechselt das Wollen mit dem Bejahen und Verneinen (Ethik II. L. 39). Nur dadurch wird es ihm so leicht, das Denken und Wollen für identisch zu erklären und die Freiheit des Willens zu beseitigen. Das Bejahen einer Vorstellung ist nichts als die Wissensart des Fürwahrhaltens oder die Gewissheit (Bd. I. 60). Diese ist schon nach der gewöhnlichen Meinung nicht von dem Belieben abhängig, sondern an bestimmte Umstände nach festen Gesetzen geknüpft. Allein dies Bejahen ist kein Wolleu, und Spinoza ist deshalb in der Lehre von den Affekten genöthigt, das wirkliche Wollen unter dem Namen des Strebens (Conatus) wieder einzuführen.

4. Die Ausführung.

1. Die Ausführung setzt das blos vorgestellte Ziel Sin ein seiendes oder wirkliches um. Dies gilt selbst für Ziele, deren Verwirklichung sich innerhalb des Vorstellens hält, wie z. B. die Ueberdenkung einer Predigt, das Kopfrechnen, das Rathen eines Räthsels. Das Wissen löst hierbei sich in eine zeitlich verlaufende Bewegung der Gedanken auf; es bleibt deshalb kein reines Wissen, sondern wird als Wissensart mit seienden Elementen gemischt (Bd. I. 56).
2. Die Ausführung kann eine geistige oder eine körperliche oder Beides sein. Das Ausrechnen eines Exempels im Kopfe ist eine geistige Ausführung des Zieles. Das Aufstehen vom Stuhle, die Bewegung der

 

I. Das Handeln - A. Die Elemente des Handelns 11